Jedes Jahr 11000 Selbstmorde in der Bundesrepublik Deutschland
Suizid Mobbing
Berlin. Alle drei Minuten versucht in Deutschland jemand, sich das Leben zu nehmen, alle
47 Minuten bringt sich jemand um. Über 11000 Menschen sterben jährlich durch eigene Hand, das sind mehr als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen, Gewalttaten und AIDS zusammen. An sie erinnert der Welttag der
Suizidprävention am 10. September, auf den Experten am Donnerstag in Berlin aufmerksam machten.
Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind demnach
Suizide die
zweithäufigste Todesursache nach Unfällen.
Gefährdet sind auch ältere Menschen, vor allem Frauen.
Quelle:Junge Welt http://www.jungewelt.de/2006/09-01/015.php
Ja, sicher ist es wieder einmal ein trauriger Einzelfall.
Aus dem
Abschiedsbrief erkenne ich einen überaus verbitterten jungen Mann (
PTED) mit Intelligenz und einem ungebrochenen Drang zur einer Freiheit entsprechend seiner Wertevorstellung.
Ich lese aus seinem Abschiedsbrief auch die Verbitterung über seine Ausgrenzung in der Schule und anderen Orts und hinsichtlich der Auswirkungen des allgegenwärtigen Konsumterrors auf die "Unterschicht".
Ich lese aus seinem Abschiedsbrief auch, dass die Schule es nicht vermochte, ihm eine Wegorientierung mit Blick auf Werte und Normen zu geben, die zu einem glücklichen Leben führen können bzw. einfach nur ein Mensch zu sein.
Bastian war einer von jährlich 11000 Menschen, die ebenfalls den Freitod gewählt haben, da Ihnen keine andere Perspektive mehr gegeben war. Dies in einem Land, das vorgibt eine Demokratie zu sein, in der die Würde und körperliche Unversehrtheit grundgesetzlich angeblich geschützt ist.
Der Abschiedsbrief zeigt aber auch, dass an der Schule wohl weder Suizidprävention eine Rolle spielt, noch dass das Thema Mobbing angemessen durchdrungen wurde. Denn ein wesentlicher Aspekt der gesetzlichen Mobbingprävention ist die Konfliktsteuerung, die im Falle des Suizidopfers - ausweislich des Abschiedsbriefes - nicht stattgefunden hatte.
Losgelöst von einer sehr wahrscheinlichen Mobbingsituation muss auch die Frage nach einem Frühwarnsystem für suizidgefährdete Schülerinnen und Schüler endlich einmal gestellt werden.
Schüler werden vom Geltungsbereich der Pflicht der Berufsgenossenschaften zur Prävention gemäß § 1des 7. Sozialgesetzbuches erfasst, so dass sich auch die Frage stellt: Welche Rolle hat die Unfallkasse (BG) an dieser Stelle eingenommen ?
Wie in den anderen Fällen der 5,7 Millionen Mobbingopfer sicherlich nur eine Wegschauende !
Wie die Politiker: Nichts gehört, nichts gesehen, nichts gesagt ?
Herzlichen Glückwunsch!
Sich.-Ing. Jörg Hensel
Danke für den Bericht