Walther Rathenau: "Denken heißt vergleichen!"
Es ist unbestritten ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag, der Franz Müntefering dazu bewogen hat seine Ämter auf zugeben. Er will seiner Frau im Kampf gegen ihre Krankheit nah sein, sie begleiten und ihr Mut geben. Eine Entscheidung, die jedem Respekt abgerungen hat. Franz Müntefering ist als Arbeitsminister zurückgetreten weil er die Zeit nicht mehr zur Verfügung hat und er Prioritäten gesetzt hat. Er will bei seiner Frau sein.
Nun hatte er nicht nur den einen Vollzeitjob als Arbeitsminister. Nein er ist auch
Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Wir alle haben, gerade in der Diskussion um die Diätenerhöhung, erklärt bekommen, dass der Beruf des Bundestagsabgeordneten ein sehr zeitaufwendiger Job ist. Obwohl Herr Müntefering bei seiner kranken Frau sein will, ist er nicht als
Bundestagsabgeordneter ausgeschieden. Da stellt sich doch die Frage: „ Wo will Herr Müntefering die Zeit für seine Abgeordnetentätigkeit hernehmen?“ Schließlich wird er vom Volk dafür auch gut bezahlt. Er bekommt seine
Abgeordnetendiäten, seine
Kostenpauschale und seine
Anwartschaften auf seine Altersvorsorge wachsen weiter. So schlimm sein Schicksalsschlag auch ist, Franz Müntefering hat noch
„Glück im Unglück“ Er muss sich nicht noch zusätzlich um sein Einkommen sorgen. Es gibt so viele Menschen in diesem Land, die aufopfernd und liebevoll, einen ihnen nahe stehenden Menschen pflegen, aufmuntern, ihn versuchen seelisch wieder aufzubauen (z.B. auch
Opfer von Mobbing). Doch die Meisten von ihnen müssen sich zusätzlich zu ihrer Sorge um die Gesundheit des nahe stehenden Menschen, der Frage stellen:
„Was mache ich, wenn am Ende des Geldes noch jede Menge Monat übrig ist?“ Denn sie haben keinen solch sozialen Arbeitgeber wie Herr Müntefering, der ihnen weiter den Lohn zahlt, während sie eine nahe stehende Person pflegen und bei ihrer Gesundung begleiten. Es gibt in diesem Land Menschen, die sich Krankenhilfsmittel oder Reha Maßnahmen über viele bürokratische Hindernisse, an Schreibtischtätern vorbei, manchmal durch eine Reihe gerichtlicher Instanzen, erstreiten müssen. Sie treffen oft auf ignorante böswillige Bürokraten, deren Ziel es ist, so wenig Geld wie möglich auszugeben. In diesem Land gab es Menschen, die plötzlich an Krebs verstorben sind. Niemand hatte ihr Leiden rechtzeitig bemerkt. Sie waren nicht zum Arzt gegangen, weil sie durch Langzeitarbeitslosigkeit ihre Krankenversicherung verloren hatten. Dafür trägt auch Herr Müntefering die Verantwortung.
"Denken heißt vergleichen!" Walther Rathenau
Wenn ich also darüber nachdenke, dann ringt mir Herr Müntefering dann schon etwas weniger Respekt ab.
also da kann ich Walther Rathenau nur recht geben...denken heißt vergleichen...wenn man das heutzutage nicht macht, dann bezahlt man ne menge Lehrgeld...
LG